Special awards

Pardo d’onore Manor

For the last 30 years the Locarno Film Festival's Pardo d’onore has been awarded to masters of contemporary cinema; previous recipients include filmmakers of such stature as Manoel de Oliveira, Bernardo Bertolucci, Ken Loach, Jean-Luc Godard, Abbas Kiarostami, Terry Gilliam, Aleksandr Sokurov, William Friedkin, Alain Tanner, Jia Zhang-ke, Leos Carax, Werner Herzog, Agnès Varda, Michael Cimino, Marco Bellocchio and, in 2016, Alejandro Jodorowsky, Jean-Marie Straub, Todd Haynes and, in 2018, Bruno Dumont.

Starting from 2017, Manor, Main partner of the Locarno Film Festival for the past 19 years, will support the Pardo d'onore.

Pardo d’onore Manor für John Waters

John Waters ist nicht nur eine Schlüsselfigur des zeitgenössischen Kinos, John Waters ist auch eine Ikone der amerikanischen Kultur, vielleicht die authentischste der jüngsten Zeit. Wie er einmal erklärte, wurde er zunächst von den Gore- und Exploitation-Filmen beeinflusst, die er in Downtown von Baltimore – seiner Heimatstadt und ständigen Inspirationsquelle, in der er noch heute den grössten Teil des Jahres lebt – gesehen hatte. Dazu kamen alle avantgardistischen und experimentellen Filme der Film-Makers’ Cooperative und die radikale Haltung ihrer Gründer; und schliesslich seine Liebe zum europäischen Kino, dem er treu blieb, wie seine berühmten Dezember-Top-Ten im Artforum jedes Jahr beweisen. Mit diesen drei Elementen – seiner brillanten Beobachtungsgabe für die Popkultur, seiner ausgeprägten Ironie und einer Gruppe wirklich einzigartiger Freunde – entwickelte er seine eigene filmische Welt und einen einzigartigen Stil, der sich in fast 40 Jahren Karriere mit absolut subversiver Kohärenz seit seinen ersten Provokationen entwickelt hatte. Wie seine Vorbilder Warhol und Fassbinder schuf John Waters von Anfang an ein persönliches und verrücktes Star System, aus dem er eine Ästhetik ableitete, die er der Welt beharrlich aufzuzwingen vermochte, ohne sich – genauso wie die unbestechlichen Filmemacher der New Yorker Underground-Szene, die ihn inspirierten – jemals anzupassen. Der kommerzielle Erfolg kam fast wie ein Missverständnis – verdient und unerwartet – mit einigen seiner Werke aus den späten Achtzigern und gab ihm eine Auszeit, die es ihm erlaubte, seine literarische Karriere – die ebenso bedeutsam ist wie die filmische – fortzusetzen. Hier offenbarte er uns seine ganze Intelligenz, seine unermessliche Kultur, seine Hingabe für die Künstler der Vergangenheit und nicht zuletzt seine ganze Würde als Chronist der amerikanischen Gesellschaft. Im Laufe der Zeit, und wahrscheinlich ohne es zu beanspruchen, wurde John Waters zu einem moralischen Gewissen Amerikas, stets lustig, originell, locker, aber scharfsinnig und mutig gegenüber den Mächtigen und den Gegnern der Freiheit. Eine Hommage an ihn bedeutet eine Hommage an die Nichtkonformität in ihrer erhabensten Bedeutung, in ihrer differenziertesten Ausprägung.

(Albert Serra)

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Those three elements – his brilliant observation of popular culture, his refined irony and a very singular group of friends – have been molded by Waters into his very own film world, with a unique style that has evolved over a nearly 40-year-long career with absolute, subversive coherence, right from his earliest provocations.

Pardo d’onore Manor für John Waters

John Waters ist nicht nur eine Schlüsselfigur des zeitgenössischen Kinos, John Waters ist auch eine Ikone der amerikanischen Kultur, vielleicht die authentischste der jüngsten Zeit. Wie er einmal erklärte, wurde er zunächst von den Gore- und Exploitation-Filmen beeinflusst, die er in Downtown von Baltimore – seiner Heimatstadt und ständigen Inspirationsquelle, in der er noch heute den grössten Teil des Jahres lebt – gesehen hatte. Dazu kamen alle avantgardistischen und experimentellen Filme der Film-Makers’ Cooperative und die radikale Haltung ihrer Gründer; und schliesslich seine Liebe zum europäischen Kino, dem er treu blieb, wie seine berühmten Dezember-Top-Ten im Artforum jedes Jahr beweisen. Mit diesen drei Elementen – seiner brillanten Beobachtungsgabe für die Popkultur, seiner ausgeprägten Ironie und einer Gruppe wirklich einzigartiger Freunde – entwickelte er seine eigene filmische Welt und einen einzigartigen Stil, der sich in fast 40 Jahren Karriere mit absolut subversiver Kohärenz seit seinen ersten Provokationen entwickelt hatte. Wie seine Vorbilder Warhol und Fassbinder schuf John Waters von Anfang an ein persönliches und verrücktes Star System, aus dem er eine Ästhetik ableitete, die er der Welt beharrlich aufzuzwingen vermochte, ohne sich – genauso wie die unbestechlichen Filmemacher der New Yorker Underground-Szene, die ihn inspirierten – jemals anzupassen. Der kommerzielle Erfolg kam fast wie ein Missverständnis – verdient und unerwartet – mit einigen seiner Werke aus den späten Achtzigern und gab ihm eine Auszeit, die es ihm erlaubte, seine literarische Karriere – die ebenso bedeutsam ist wie die filmische – fortzusetzen. Hier offenbarte er uns seine ganze Intelligenz, seine unermessliche Kultur, seine Hingabe für die Künstler der Vergangenheit und nicht zuletzt seine ganze Würde als Chronist der amerikanischen Gesellschaft. Im Laufe der Zeit, und wahrscheinlich ohne es zu beanspruchen, wurde John Waters zu einem moralischen Gewissen Amerikas, stets lustig, originell, locker, aber scharfsinnig und mutig gegenüber den Mächtigen und den Gegnern der Freiheit. Eine Hommage an ihn bedeutet eine Hommage an die Nichtkonformität in ihrer erhabensten Bedeutung, in ihrer differenziertesten Ausprägung.

(Albert Serra)

Past winners
  • 1989 Ennio Morricone
  • 1990 Gian Maria Volonté
  • 1991 Jacques Rivette
  • 1992 Manoel de Oliveira
  • 1993 Samuel Fuller
  • 1994 Kira Muratova
  • 1995 Jean-Luc Godard
  • 1996 Werner Schroeter
  • 1997 Bernardo Bertolucci
  • 1998 Joe Dante
  • 1999 Daniel Schmid
  • 2000 Paul Verhoeven and Paolo Villaggio
  • 2001 Sundance Institute
  • 2002 Sydney Pollack
  • 2003 Ken Loach
  • 2004 Ermanno Olmi
  • 2005 Terry Gilliam, Abbas Kiarostami and Wim Wenders
  • 2006 Aleksandr Sokurov
  • 2007 Hou Hsiao-Hsien
  • 2008 Amos Gitai
  • 2009 William Friedkin
  • 2010 Alain Tanner and Jia Zhang-ke
  • 2011 Abel Ferrara 
  • 2012 Leos Carax and Johnnie To
  • 2013 Werner Herzog
  • 2014 Agnès Varda
  • 2015 Marco Bellocchio and Michael Cimino
  • 2016 Alejandro Jodorowsky
  • 2017 Jean-Marie Straub and Todd Haynes
  • 2018 Bruno Dumont
  • 2019 John Waters

 


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