Press Releases  ·  16 | 07 | 2020

Das Programm der Open Doors Screenings, die im Kino und online stattfinden werden, ist bekannt

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Das Locarno Film Festival hat die Filme der Sektion Open Doors Screenings bekanntgegeben, die anlässlich von Locarno 2020 – For the Future of Films im Kino und online zu sehen sein werden.

Das Locarno Film Festival unterstützt mit der jährlich stattfindenen Sektion Open Doors unabhängige Filmschaffende in Ländern des globalen Südens und Ostens. Neben den Angeboten Open Doors Hub und Lab, die sich an Fachperson der Filmindustrie richten und vom 6. bis 11. August online stattfinden, bittet Open Doors das Publikum auch dieses Jahr zu öffentlichen Screenings, im Kino oder im Netz. Zudem hat das Festival für dieses besondere Jahr eine spezifische Open Doors-Retrospektive unter dem Titel Trough the Open Doors zusammengestellt.

Auch 2020 bietet die Initiative Open Doors dem Publikum ein reichhaltiges und faszinierendes Programm aus Kurz- und Langfilmen, Neuheiten und Perlen vergangener Festivalausgaben, die kostenlos gestreamt oder zum Preis eines Eintritts in einigen Kinos von Locarno und Muralto zu sehen sein werden. Neben den klassischen Open Doors Screenings den aktuellen Filmen einer Schwerpunktregion hat das Festival das Spezialprogramm Through the Open Doors mit Filmen, aus der aus 18-jährigen Geschichte der Sektion gestaltet.

Die Open Doors Screenings

Im Rahmen des 3-Jahres-Zyklus mit Schwerpunkt Südostasien und Mongolei (2019-2021) beschäftigen sich die Open Doors Screenings 2020 mit dem Filmschaffen in Indonesien, den Philippinen, Malaysia und Myanmar.

Sophie Bourdon, verantwortliche Leiterin von Open Doors: «Das Filmprogramm soll die generationenübergreifende Dynamik dieser Region widerspiegeln. Zum einen werden Projekte von Nachwuchstalenten zu sehen sein, meist Kurzfilme unterschiedlicher Genres, zum anderen kann das Publikum Werke erfahrender Regisseurinnen und Regisseure wiederentdecken, die sich in den vergangenen Jahren international einen Namen gemacht haben.»

Paolo Bertolin, Kurator der Open Doors Screenings, zur diesjährigen Selektion: «Wir haben einige Langfilme ausgewählt, die auf Festivals gut angekommen sind, ausserhalb ihrers Herkunftslandes aber noch kaum zu sehen waren, weil ein entsprechender Vertrieb fehlt. Ein typisches Beispiel sind die beiden Regisseurinnen Mouly Surya aus Indonesien und Isabel Sandoval aus den Philippinen, deren neue Projekte für den Open Doors Hub nominiert wurden, und deren zweite Spielfilme nun bei uns zu sehen sind: What They Don’t Talk About When They Talk About Love und Apparition. Wir haben auch zwei Komödien ausgewählt: aus Malaysia zeigen wir das satirische Musical Sell Out! von Yea Joon Han und den Mockumentary Six Degrees of Separation from Lilia Cuntapay aus den Philippinen, eine Hommage an die Charakterdarstellerinnen und -darsteller des dortigen Volkskinos von Antoinette Jadaone. Die Krönung bilden zwei Filme, mit denen wir uns vor der hundertjährigen Filmgeschichte zweier Länder verbeugen: zum einen der birmanische und jüngst restaurierte Klassiker Tender Are The Feet von Maung Wunna, zum anderen The Masseur, der erste Spielfilm des philippinischen Meisters Brillante Mendoza, der vor genau 15 Jahren im Concorso Video den Pardo d’oro gewann und von aus Locarno heraus die beeindruckende Welle des neuen digitalen Films in den Philippinen und Südostasien lostrat.»

Die 20 Filme (10 Lang- und 10 Kurzfilme) der Open Doors Screenings werden auf der ganzen Welt online zu sehen sein und können vom 5. bis 15. August auf der Website des Locarno Film Festivals gestreamt werden (bis 1'500 Gratiszugänge). Neben den Filmen stellt das Locarno Film Festival auch Aufzeichnungen von Gesprächen zwischen den Regisseurinnen, Regisseuren und den Programmverantwortlichen von Open Doors bereit.

Die ausgewählten Langfilme:

Apparition (Aparisyon), von Isabel Sandoval – Philippinen/Vereinigte Staaten – 2012 

Atambua 39° Celsius, von Riri Riza – Indonesien – 2012 

Clash (Engkwentro), von Pepe Diokno – Philippinen – 2009 

Memories of My Body (Kucumbu Tubuh Indahku), von GarinNugroho – Indonesien – 2018 

Sell Out!, von Yeo Joon Han – Malaysia – 2008 

Six Degrees of Separation from Lilia Cuntapay, von Antoinette Jadaone – Philippinen – 2011 

Songlap, von Effendee Mazlan und Fariza AzlinaIsahak – Malaysia – 2011 

Tender Are the Feet, von Maung Wunna – Myanmar – 1973 

The Masseur (Masahista), von Brillante Mendoza – Philippinen – 2005 

What They Don't Talk About When They Talk About Love, von Mouly Surya – Indonesien – 2013

Die ausgewählten Kurzfilme:

A Gift (Kado), von Aditya Ahmad – Indonesien – 2018 

Babylon, von Keith Deligero – Philippinen – 2017 

High Way, von Chia Chee Sum – Malaysia – 2018 

Liar Land, von Ananth Subramaniam – Malaysia – 2019 

Listen, von Min Min Hein – Myanmar/Vereinigte Staaten/Japan – 2017 

Man of Pa-Aling (Manong ng Pa-Aling), von E del Mundo – Philippinen/Vereinigte Staaten– 2017 

No One is Crazy in This Town (Tak Ada yang Gila di Kota Ini), von Wregas Bhanuteja – Indonesien – 2019 

On Friday Noon, von LuhkiHerwanayogi – Indonesien – 2016 

The Ruby,von Ling Low – Malaysia – 2019 

Void, von Mg Bhone – Myanmar – 2018 

Through the Open Doors

Zu den neuartigen Angeboten von Locarno 2020 – For the Future of Films gehört auch eine Retrospektive zur 18-jährigen Geschichte der Sektion Open Doors. Darin werden einige Leckerbissen gezeigt, die seit der Einführung der Sektion entdeckt wurden. Through the Open Doors zeigt zehn Langfilme, die einst dem Publikum von Locarno präsentiert oder als Projekte im Rahmen der Koproduktions-Plattform von Open Doors vorgestellt und später fertiggestellt wurden. Die Retrospektive nimmt das Publikum auf eine spannende Reise durch mehrere Kontinente mit, durch verschiedene Regionen Afrikas und Asiens über Lateinamerika bis in den Kaukasus, um dem Talent der Filmschaffenden und dem Engagement der Produzierenden, die sie begleitet und unterstützt haben, die Ehre zu erweisen.

Zu den ausgewählten Filmen gehört die Schweizer Premiere von Made in Bangladesh von Rubaiyat Hossain, der 2017 im Rahmen der Koproduktionsplattform von Open Doors zur Schwerpunktregion Südasien präsentiert wurde, sowie der chinesische Film Winter Vacation von Li Hongqi, ebenfalls ein Projekt von Open Doors, das nach seiner Fertigstellung in Locarno einen Pardo d’oro gewonnen hatte. Zu den Klassikern gehören die Werke zweier afrikanischer Meister: Yeleen von Souleymane Cissé aus Mali und Teza des Äthiopiers Haile Gerima, die beide für Cannes bzw. Venedig ausgezeichnet wurden. Ein weiteres Highlight ist der kasakische Film Kairat von Darezhan Omirbaev, der 1992 in Locarno den Pardo d’argento gewann und damit in Zentralasien eine nouvelle vague auslöste.

Die zehn Filme von Through the Open Doors werden ausschliesslich in den Kinos von Locarno und Muralto gezeigt. Angaben zu den Tickets und Abos auf locarnofestival.ch

Die zehn ausgewählten Filme:

Made in Bangladesh, von Rubaiyat Hossain – Frankreich/Bangladesh/Dändemark/Portugal – 2019 (Schweizer Premiere, Eröffnungsfilm des Internationalen Filmfestival und Forums für Menschenrechte von Genf/FIFDH – International Film Festival and Forum on Human Rights)

Necktie Youth, von Sibs Shongwe-La Mer – Südafrika/Niederlande – 2015

Keep Smiling (Gaigimet), di Rusudan Chkonia – Georgien/Frankreich/Luxemburg – 2012

On the Edge (Sur la planche), von Leila Kilani – Marokko/Frankreich/Deutschland – 2011

Winter Vacation (Han Jia), von Li Hongqi – China – 2010

Teza, von Haile Gerima, Äthiopien – 2008

Madeinusa, von Claudia Llosa – Peru – 2006

I am the One Who Brings Flowers to Her Grave (Ana alati tahmol azouhour ila qabriha), von Hala Alabdalla – Syrien/Frankreich – 2006

Kairat, von Darezhan Omirbaev – Kasachstan – 1992

Yeelen (Brightness), von Souleymane Cissé – Mali – 1987

Die Preise

Zum ersten Mal in der Geschichte der Sektion vergibt die Giuria Cinema&Gioventù (Jugendjury) Preise für die Filme der Open Doors Screenings:

  • Preis für den besten internationalen Kurzfilm (CHF 1’500) 

  • Premio Ambiente è qualità di vita für den besten Langfilm (Preis für Umwelt und Lebensqualität) (CHF 2’000) 

Open Doors wird dank der Zusammenarbeit mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ermöglicht, um das unabhängige Filmschaffen in Ländern des globalen Südens uns Ostens durch verschiedene Programme am Locarno Film Festival zu unterstützen. Das Open Doors-Programm wurde von Paolo Bertolin und Delphine Jeanneret aus dem Open Doors-Team gemeinsam mit Lili Hinstin, künstlerische Leiterin des Locarno Film Festivals, zusammengestellt.

Informationen zum Ticketing und den Schutzmassnahmen in den Kinos unter www.locarnofestival.ch

Open Doors Screenings und Through the Open Doors Presskit
Locarno 2020 - For the Future of Films: Facts & Figures