Press Releases  ·  13 | 04 | 2022

Der Pardo d'onore Manor 2022 geht an Kelly Reichardt

Das Locarno Film Festival würdigt Kelly Reichardt, eine der originellsten und unabhängigsten Stimmen des zeitgenössischen amerikanischen Kinos. Sie wird am Freitagabend, 12. August, auf der Piazza Grande mit dem Pardo d'onore Manor ausgezeichnet. Am Samstag, 13. Juni, wird Reichardt im Spazio Cinema im Gespräch mit dem Publikum stehen. Im Laufe der 75. Ausgabe des Festivals werden zwei Titel aus ihrem Werk bezeigt; Meek's Cutoff (2010) und Night Moves (2013).

©Courtesy of David Godlis

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Mit First Cow (2019), dem Eröffnungsfilm von Locarno 2020, hat sich Kelly Reichardt mit ihren poetischen und formalen Arbeiten unwiderruflich als eine der aufregendsten und innovativsten Stimmen des amerikanischen Kinos etabliert, die ein neues Licht auf Amerika und seine Geschichten wirft. Mit ihren Filmen, die sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Realismus auszeichnen und die mit kreativer und produktiver Unabhängigkeit entstanden sind, gelang es der Filmemacherin, populäre Genres - den Thriller, den Western, das Roadmovie - neu zu schreiben. Sie nimmt auch randständige Blickwinkel ein, offenbart dadurch eine Einzigartigkeit und nimmt hoch aktuelle Themen wie die Repräsentation von Frauen und die ökologische Krise vorweg. Das Locarno Film Festival ehrt diese innovative Persönlichkeit mit dem Pardo d'onore Manor, der jedes Jahr an eine herausragende Persönlichkeit des Kinos verliehen wird.

 

Der künstlerische Leiter des Locarno Film Festival, Giona A. Nazzaro: «Wir nehmen das 75-jährige Jubiläum des Festivals nicht nur zum Anlass zurückzublicken, sondern auch, um uns die Zukunft vorzustellen. Die Entscheidung für eine Ehrung von Kelly Reichardt, ist ein Zeichen für ein zeitgenössisches Kino in vollem Aufschwung, und lässt uns nach vorne schauen und Vielfalt und Wandel begrüssen. Als Ausdruck der unerschöpflichen Fähigkeit des amerikanischen Kinos, sich neu zu erfinden, ist Kelly Reichardt vielleicht die aufregendste Filmemacherin der Gegenwart.»

Das Programm zur Preisverleihung

Anlässlich der Preisverleihung an Reichardt am Abend des 12. August werden zwei ihrer Filme im Laufe des Festivals (3.-13. August) gezeigt:

  • Meek's Cutoff, Kelly Reichardt - USA - 2010
  • Night Moves, Kelly Reichardt - USA - 2013


Am Samstag, 13. August, wird Reichardt das Festivalpublikum zu einem Gespräch im Spazio Cinema treffen.

Der Pardo d'onore des Locarno Film Festivals wurde bereits an Filmemacher wie Manoel de Oliveira, Bernardo Bertolucci, Ken Loach, Jean-Luc Godard, Werner Herzog, Agnès Varda, Michael Cimino, Marco Bellocchio, John Waters und im Jahr 2021 an John Landis verliehen. Ab 2017 wird der Pardo d'onore von Manor, dem Main partner des Locarno Film Festival, unterstützt.

Kelly Reichardt - Biografie

Kelly Reichardt wurde in Miami, Florida, geboren und ist Drehbuchautorin und unabhängige Filmemacherin. Nach ihrem ersten Spielfilm, dem Film Noir River of Grass (1994), der beim Sundance Film Festival und auf der Berlinale gezeigt wurde, widmete sie sich mehrere Jahre lang der Kurzfilmarbeit und kehrte 2006 mit Old Joy, der auf einer Geschichte des amerikanischen Schriftstellers Jonathan Raymond basiert, zum Spielfilm zurück. Der Film wurde ebenfalls beim Sundance Film Festival präsentiert und war der erste US-amerikanische Film, der beim International Film Festival Rotterdam mit dem Tiger Award ausgezeichnet wurde. Der nächste Film, Wendy and Lucy (2008), wurde bei den Filmfestspielen von Cannes 2008 in der Sektion Un Certain Regard präsentiert und bildete den Auftakt zu einer Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Michelle Williams, die mit drei weiteren Titeln fortgesetzt wurde. Der Western Meek's Cutoff lief 2010 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig im Wettbewerb, ebenso wie Night Moves im Jahr 2013. Certain Women (2016), eine Verfilmung von drei Kurzgeschichten von Maile Meloy, wurde beim BFI London Film Festival 2016 als bester Film ausgezeichnet. Ihre jüngsten Filme sind First Cow, der 2020 im Wettbewerb der Berlinale lief, und Showing Up (2022). Retrospektiven ihres Werks wurden unter anderem vom MoMA, Anthology Film Archives, Pacific Film Archive, Museum of the Moving Image, Walker Art Center, American Cinematheque Los Angeles, European Touring Retrospective und Centre Pompidou organisiert.