Press Releases  ·  26 | 04 | 2022

Der Vision Award Ticinomoda 2022 geht an Laurie Anderson, "Geschichtenerzählerin" zwischen Kunst, Musik und Kino

Das Locarno Film Festival ehrt die amerikanische Komponistin, visuelle Künstlerin und Filmemacherin Laurie Anderson mit dem Vision Award Ticinomoda. Dieser Preis ist jenen gewidmet, die den Horizont der filmischen Vorstellungskraft erweitert haben. Die Zeremonie findet am Mittwoch,  10. August, auf der Piazza Grande statt. Am Donnerstag, 11. August, folgt ein Gespräch mit dem Publikum im Kino Spazio und die Vorführung von zwei Filmen, bei denen Anderson Regie geführt hat: Heart of a Dog (2015) und die restaurierte 4K-Version von Home of the Brave (1986).

©Ebru Yildiz

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Das Locarno Film Festival richtet besondere Aufmerksamkeit auf künstlerische Innovation und den Dialog unterschiedlicher künstlerischer Ausdrucksformen. Deshalb würdigt das Festival  Laurie Anderson  – eine Persönlichkeit, die Erfindungsgeist und Experimentierfreude zum Markenzeichen ihrer Karriere gemacht hat. Als eine der wichtigsten Figuren der amerikanischen Avantgarde seit den 1970er Jahren hat Anderson fünf Jahrzehnte lang Multimedia und den innovativen Einsatz von Technologie erforscht und dabei unter anderem mit William S. Burroughs, John Cage, Philip Glass, Brian Eno, Wim Wenders, Peter Gabriel, Jean-Michel Jarre und Lou Reed zusammengearbeitet. Als Komponistin von Soundtracks wie dem von Something Wild (Jonathan Demme, 1986, mit John Cale), Autorin, Regisseurin, bildende Künstlerin und Sängerin oder einfach «Geschichtenerzählerin», wie sie sich selbst gerne bezeichnet, hat sie mit ihren Werken die Kunstwelt in all ihren Formen umarmt und mit dem Song O Superman (1981) sogar die Charts erobert.

Giona A. Nazzaro, künstlerischer Leiter des Locarno Film Festival: «Mit Laurie Anderson wird in Locarno ein Traum wahr. Laurie Anderson ist eine multimediale und interdisziplinäre Künstlerin, die einen einzigartigen Dialog mit Bildern geschaffen hat. Eine vielschichtige Persönlichkeit mit einer lebendigen und unbändigen Kreativität, die Musik, Performance, Film, Theater, Elektronik, Poesie und all die unzähligen Bereiche ihrer Kreativität in alle Richtungen ergründet hat. Anlässlich des 75. Jubiläums des Festivals erinnert uns Laurie Anderson daran, dass es nur eine Richtung gibt, in die wir gehen können: Vorwärts. So wie sie es immer getan hat. Es ist uns eine Ehre, Laurie Anderson bei uns haben zu dürfen

Das Programm zur Preisverleihung

Der Vision Award Ticinomoda 2022 wird am Mittwochabend, 10. August, auf der Piazza Grande verliehen. Im Rahmen der 75. Ausgabe des Festivals werden zwei Filme gezeigt, die für den Eklektizismus von Laurie Anderson stehen, sowie für ihre Fähigkeit, neue Formen zu schaffen, auch im Bereich des Films:

  • Home of the Brave, Laurie Anderson – USA  – 1986
  • Heart of a Dog, Laurie Anderson – USA  – 2015

Ausserdem findet am Donnerstag, 11. August um 10.30 Uhr im Spazio Cinema ein Publikumsgespräch statt, bei dem sie ebenso im Zentrum stehen wird.

Laurie Anderson - Biografie

Laurie Anderson (Glenn Ellyn, Illinois, 1947) ist eine Komponistin, Autorin, Regisseurin, bildende Künstlerin und Sängerin. Die ausgebildete Bildhauerin und Musikerin gehört mit ihren innovativen Performances, die Theater, gesprochene Poesie, Technologie und andere Mediensprachen miteinander verbinden, zu den wichtigsten Figuren der Avantgarde-Kunstszene. Ihre Plattenkarriere, die 1981 mit dem Song O Superman begann, umfasst Alben wie Big Science (1982), Life on a String (2001) und Homeland (2010). Home of the Brave (1986) wurde der Soundtrack zu ihrem gleichnamigen Konzertfilm. Im Jahr 2002 wurde sie zur ersten «Artist in Residence» der NASA ernannt, eine Erfahrung, die in der Tournee-Performance The End of the Moon gipfelte. Im Jahr 2015 wurde ihr Film Heart of a Dog, der ihrem kürzlich verstorbenen Ehemann Lou Reed gewidmet ist, bei den 72. internationalen Filmfestspielen von Venedig vorgestellt. 2018 veröffentlichte sie mit dem Kronos Quartet das Album Landfall, das vom Hurrikan Sandy inspiriert wurde und mit einem Grammy ausgezeichnet wurde. Ihre visuellen Arbeiten wurden in den wichtigsten Museen der Welt ausgestellt. Kürzlich fand im Smithsonian's Hirshhorn Museum in Washington D.C. ihre grösste Einzelausstellung mit dem Titel Laurie Anderson: The Weather statt, in der Schlüsselwerke wie Habeas Corpus (2015) und eine Multimedia-Reise über ihren kreativen Erzählprozess gezeigt wurden. 2021 hielt Laurie Anderson sechs Norton Lectures, eine prestigeträchtige Reihe von Konferenzen, die von der Harvard University organisiert wird und die auch online verfügbar ist.