News from the Locarno Festival
 

Pardo alla carriera für Otar Iosseliani

Pardo alla carriera für Otar Iosseliani

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Im Rahmen der diesjährigen Open Doors, die den Schwerpunkt auf die Kaukasusländer Südarmenien, Aserbeidschan und Georgien legen, erweist das Festival del film Locarno dem georgischen Regisseur, Drehbuchautor und Cutter Otar Iosseliani Hommage und verleiht ihm einen Pardo alla carriera.

Die Hommage bietet dem Festivalpublikum die Möglichkeit der Teilnahme an einem öffentlichen Gespräch mit Otar Iosseliani sowie die (Wieder-)Entdeckung von vier bedeutenden Werken seiner Filmografie: Es war einmal eine Singdrossel (Iko shashvi mgalobeli, 1970), Ein Sommer auf dem Dorf (Pastoral, 1975), Briganten (Brigands, chapitre VII, 1996) sowie Chantrapas (2010).

«Der Pardo alla carriera für Otar Iosseliani ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, jene Autoren ins Rampenlicht zu stellen, die das zeitgenössische Kino prägen und für die das Festival von Locarno Bühne und Lancierungsplattform zugleich sein will.» Und weiter fügt der künstlerische Leiter des Festivals, Carlo Chatrian, hinzu: «Das Filmschaffen von Otar Iosseliani ist eine Hymne auf die Freiheit – die Freiheit des Ausdrucks, die in eine Sprache jenseits der Rhetorik übertragen wird und in eine Erzählung, die eher den inneren Gedankenfluss der Figuren wiederzugeben sucht, denn eine Geschichte zu verfolgen. In jedem seiner Filme geht die Suche nach der Form Hand in Hand mit dem hartnäckigen Widerstand gegenüber jenen Regeln, die sowohl das System der Produktion (sei es in der Sowjetunion, die er 1982 verliess, sei es im Westen) als auch Zensur, Genres oder die konventionellen Vorgehensweisen im Filmemachen aufzudrängen suchen. Wie seine Protagonisten ist Iosseliani ein freier Kämpfer, der – obwohl er die ganze Vielfalt seiner Kultur repräsentiert – nicht zögert, diese mit der Waagschale subtiler Ironie zu messen.»

Der gesamte Artikel ist auf Carlo Chatrian's persönlichem Blog aufrufbar (Englisch und Italienisch): http://www.pardolive.ch/en/Pardo-Live/Artistic-director-blog

Mit dem Pardo alla carriera, der 2010 ins Leben gerufen wurde, erweist das Festival del film Locarno Hommage an eine oder mehrere anerkannte Persönlichkeiten in der Welt des Films. Im Rahmen dieser Hommage findet nebst der Preisverleihung auf der Piazza Grande auch ein öffentliches Gespräch sowie eine kleine Retrospektive statt.

Das 66. Festival del film Locarno findet vom 7. bis 17. August 2013 statt.

 

Biografie von Otar Iosseliani

Otar Iosseliani wurde 1934 in Tiflis in der ehemaligen Sowjetunion geboren. Er absolvierte die Filmschule in Moskau in Fachrichtung Regie, studierte aber auch Komposition, Klavier und Orchesterleitung. 1961 drehte er seinen ersten langen Film, Aprili, gefolgt von Die Weinernte (Giorgobistve, 1966), Es war einmal eine Singdrossel (Iko shashvi mgalobeli, 1970) sowie Ein Sommer auf dem Dorf (Pastoral, 1975), die alle in Konflikt mit der sowjetischen Zensur gerieten und ihn dazu bewegten, das Land schliesslich zu verlassen. Der Regisseur liess sich in Frankreich nieder und realisierte Die Günstlinge des Mondes (Les favoris de la lune, 1985) und Und es ward Licht (Et la lumière fut, 1989), die beide für die Filmfestspiele in Venedig ausgewählt und dort mit dem Silbernen Löwen prämiert wurden. 1994 zeigte Otar Iosseliani am Festival in Locarno seinen Dokumentarfilm Seule, Géorgie. In den nächsten Jahren drehte Iosseliani Briganten (Brigands, chapitre VII, 1996, in Venedig im Wettbewerb), Marabus! (Adieu, plancher des vaches!, 1999, Louis-Delluc-Preis), Montag Morgen (Lundi matin, 2002, Silberner Bär für die beste Regie) und Jardins en automne (2006). Der jüngste Spielfilm des Regisseurs, Chantrapas (2010), wurde von Georgien als Kandidat für den Oscar ausgewählt.

Press Office
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