News from the Locarno Festival
 

24.–27. März 2013

24.–27. März 2013

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L’immagine e la parola ist das erste Spin-off des Festival del film Locarno und Teil von Primavera Locarnese. Die Veranstaltung – unter der künstlerischen Leitung von Carlo Chatrian – fokussiert auf die Beziehung zwischen bewegtem Bild und geschriebenem Wort. L’immagine e la parola setzt sich aus verschiedenen Initiativen zusammen, einige für das breite Publikum (Abendvorstellungen, Hommagen, Symposium) und einige, welche Teil eines didaktischen Programms sind (Matineen und Workshops). Ehrengast wird Alexander Sokurow sein, einer der bedeutendsten Vertreter des zeitgenössischen russischen Kinos, der Faust im Rahmen der Abendvorstellung am 26. März präsentieren und am 27. März an verschiedenen anderen Schwerpunkten der Veranstaltungen teilnehmen wird.

L’immagine e la parola wird am Abend des 24. März mit der internationalen Premiere von Der Student von Prag von Hanns Heinz Ewers eröffnet, ein bis vor kurzem verschollener Film, den das Filmmuseum München restauriert und an der Berlinale präsentiert hat. Der Stummfilm, der auf einer Erzählung von Edgar Allan Poe basiert, wird zu diesem Anlass live auf dem Klavier begleitet. Die Soirée des 25. März wiederum ist dem italienischen Film gewidmet mit der Schweizer Premiere von Alì ha gli occhi azzurri, einem vielfach preisgekrönten Film und das Debüt des Dokumentarfilmemachers Claudio Giovannesi. Der Regisseur begleitet seinen Film nach Locarno und wird über die subtilen Beziehungen zwischen seinem Werk und dem berühmten Gedicht von Pier Paolo Pasolini, das den Film inspiriert hat, sprechen.

Die Nachmittage gehören der Hommage an zwei verstorbene Schriftsteller (Omaggi): Antonio Tabucchi soll am 25. März – ein Jahr nach seinem Tod – mit der Vorführung von Alain Tanners Requiem gewürdigt werden; dazu findet ein Gespräch des Übersetzers und Drehbuchautors Bernard Comment mit dem Schriftsteller Roberto Ferrucci statt. Am 26. März bietet sich die Möglichkeit, den sardischen Autor Sergio Atzeni zu würdigen – mit dem Film von Salvatore Mereu, der auf dem gleichnamigen Roman Atzenis, Bellas mariposas, basiert. Der Regisseur und der Kritiker Goffredo Fofi werden nach der Vorführung ein Kolloquium über die ebenso fantasievolle wie unverfroren direkte Sprache des sardischen Schriftstellers halten.

Die Matineen wiederum sind den Klassikern der Filmgeschichte gewidmet – mit Vorführungen, die durch Fachpersonen von Castellinaria eingeführt werden und die das (teils sehr junge) Publikum in der Sensibilisierung für das Aufeinandertreffen von zwei Kunstsparten begleiten werden. Dies anhand von Il cappotto von Alberto Lattuada, Cronaca familiare von Valerio Zurlini und Russian Ark von Alexander Sokurow.

In den Workshops für Studierende von Fachhochschulen sowie Hochschulen mit Fokus Film werden Richard Dindo und Paolo Benvenuti im Zentrum stehen. Die Regisseure werden erstmals ihre neuen Projekte präsentieren: das eine davon basierend auf Homo Faber von Max Frisch, während sich das andere der Beziehung Caravaggios zur optischen Kamera im Hinblick auf die Kreation seiner berühmten Gemälde widmet. Der dritte Workshop wird schliesslich von Alexander Sokurow gehalten. Die Teilnehmer werden die Möglichkeit haben, an einem Seminar über Russian Ark mitzumachen, über einen Film, der in einer einzigen Plansequenz realisiert wurde.

Für das abschliessende Symposium (Convegno) am Nachmittag des 27. März präsentiert L’immagine e la parola zwei Podien, an welchen sechs ehemalige Locarno-Festivalleiter teilnehmen werden. Der erste Termin vereint Irene Bignardi, Freddy Buache und Moritz de Hadeln in einer Diskussionsrunde mit Richard Dindo und Paolo Benvenuti über die neuen Projekte der beiden Regisseure. Frédéric Maire, Marco Müller und David Streiff wiederum werden mit Alexander Sokurow über das zeitgenössische Kino und das kulturelle Erbe Europas sprechen.

L’immagine e la parola ist eine der drei Veranstaltungen von Primavera Locarnese, zusammen mit Eventi letterari Monte Verità und Youtopia – Eventi collaterali.

L’immagine e la parola, dieses Spin-off des Festival del film Locarno, wird in Zusammenarbeit mit Castellinaria und den Filmclubs der Tessiner Kinos organisiert. Die Veranstaltung wird von Daniela Persico kuratiert, einer italienischen Kritikerin und Regisseurin.

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