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Das Programm von L’immagine e la parola ist bekannt

Das Programm von L’immagine e la parola ist bekannt

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An der heutigen Pressekonferenz von Mittwoch, 12. März wurde in Locarno das Programm der zweiten Ausgabe von L’immagine e la parola vorgestellt. Ehrengast der Veranstaltung ist Edgar Reitz. Das Spin-off des Festival del film Locarno ist Teil der Primavera Locarnese.

Geschichte und Poesie bilden die Leitlinien der zweiten Ausgabe von L’immagine e la parola. Das Frühlingsprogramm findet vom 12. bis 15. April 2014 im Kino Kursaal und auf dem Monte Verità statt. Die neue Folge der Heimat-Saga ergründet die Geschichte Deutschlands im 19. Jahrhundert, während das Italien der 1960er Jahre durch die Linse von literarischen Glanzstücken, die von Damiano Damiani und Carlo Lizzani für die Leinwand adaptiert wurden, neu betrachtet wird. Die visuelle Poesie des Meisterwerks L’Inhumaine greift der künstlerischen Avantgarde vor, Mario Martones Langzeitstudie taucht in Giacomo Leopardis Zeitlosigkeit ein und Alessandro Rossetto wirft einen beunruhigenden Blick auf Italiens Nordosten – dank Braucci und Serra gelingt ihm der Vorstoss ins Reich der Fiktion. All diese Filme bilden Höhepunkte einer Veranstaltung, die die vielfältigen Beziehungen zwischen dem bewegten Bild und dem geschriebenen Wort erkundet.

Unter der künstlerischen Leitung von Carlo Chatrian segelt L’mmagine e la parola erneut unter der Flagge der Primavera Locarnese. Das von Carmen Werner und Daniela Persico koordinierte, 4-tägige Programm umfasst Filmvorführungen, Gespräche und Workshops, präsentiert international gefeierte Gäste und legt ein besonderes Augenmerk auf Bildungs- und Förderangebote. Als Ehrengast wird Edgar Reitz erwartet, Meister des Neuen Deutschen Films und Autor der Saga Heimat: der aussergewöhnlichen Chronik eines Landes und der prägenden historischen Veränderungen des 20. Jahrhunderts. Er wird der Schweizer Premiere der neuen Folge Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht persönlich beiwohnen. Reitz’ Befragung der Krise Deutschlands im 19. Jahrhundert stellt offensichtliche Bezüge zur Gegenwart her. Der Film wird anschliessend vom Circolo del Cinema auch im Cinema Forum Bellinzona gezeigt.

Mit Mario Martone empfängt die Veranstaltung einen anderen hochkarätigen Gast und gleichzeitig einen der originellsten zeitgenössischen Film- und Theaterregisseure. Gemeinsam mit der Dramatikerin Ippolita di Majo diskutiert er mit dem Publikum über Giacomo Leopardi: Eine Gelegenheit zur vertieften Auseinandersetzung mit Martones Arbeit über den berühmten Poeten, die in das Bühnenstück Operette morali (aufgeführt im Rahmen von LuganoInScena) und den Film Il giovane favoloso mündete, der sich gegenwärtig in Produktion befindet. Am Sonntagnachmittag stellt Martone mit L’amore molesto zudem seine Verfilmung des Romans von Elena Ferrante vor.

Musik hat die Kraft, Worte und Bilder zu sublimieren oder zu veredeln, weshalb ihr im Programm eine besondere Aufmerksamkeit gilt. Den Auftakt macht die Vorführung von Marcel L’Herbiers L'Inhumaine am Samstagabend. Der Stummfilm wird von einem zehnköpfigen Orchester unter der Leitung von Simon Berz live begleitet, dessen Improvisationen eine einmalige Aufführung versprechen. Das musikalische Motiv wird auch am Montag im Kurzfilm 1927 der Schweizer Regisseurin Laura Kaehr aufgenommen. Sie spürt darin eine Oper auf, die nach der Unterzeichnung der Verträge von Locarno aus den Utopien und dem Traum von Frieden auf dem Monte Verità geboren wurde. Ebenfalls am Montag steht Alessandro Rossettos Piccola patria auf dem Programm – nach der Vorführung gehört die Bühne seiner verblüffenden Protagonistin und einer vierköpfigen Band.

2013 wurden die gemeinsam mit dem Castellinaria Festival internazionale del cinema giovane Bellinzona organisierten Morgenvorführungen mit thematischen Einführungen und Vertiefungen lanciert. Ergänzend zu den öffentlichen Anlässen stellt dieses Programm Romanverfilmungen vor, die sich den literarischen Meilensteilen des 20. Jahrhunderts annehmen. 2014 stehen Bianciardi und Sciascia im Fokus, die von Carlo Lizzani (La vita agra) und Damiano Damiani (Il giorno della civetta) für die Leinwand adaptiert wurden. Damianis Aufmerksamkeit gilt zudem Elsa Morante, deren L'isola di Arturo er neu auslegte. Sein Film wird im Rahmen einer zusätzlichen Vorstellung auch in Lugano gezeigt. Abgerundet werden die Matinées von einer Familienvorführung, die in Zusammenarbeit mit Cinemagia angeboten wird. Lev Atamanovs klassischer Animationsfilm The Snow Queen stützt sich auf Hans Christian Andersen berühmtes Märchen, das kürzlich durch Disneys Frozen neuen Beifall fand.

Angebote zum Austausch und zur Reflexion begleiten das Filmprogramm von L’immagine e la parola. Edgar Reitz spricht über sein Projekt Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht, Maurizio Braucci (Drehbuchautor von Gomorra, Reality und L'intervallo) hält einen Vortrag über kreatives Schreiben und analysiert gemeinsam mit Alessandro Rossetto und Caterina Serra den Drehbuchentwurf sowie die anschliessende Produktion von Piccola Patria. Die Anmeldefrist für diese drei Workshops läuft noch bis am 21. März.

L’immagine e la parola ist eine der drei Veranstaltungen der Primavera Locarnese, zu der auch die Eventi Letterari Monte Verità und Youtopia gehören.

Programm der Veranstaltung
Medienmappe der Veranstaltung

Press Office
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