Vision Award Ticinomoda an Ryuichi Sakamoto

Photo by Zakkubalan

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Die 73. Ausgabe des Locarno Film Festivals (5. – 15. August 2020) ehrt Ryuichi Sakamoto mit dem Vision Award Ticinomoda. Der japanische Komponist, Musiker und Künstler kommt am Donnerstag, dem 6. August, auf die Piazza Grande. Aus diesem Anlass werden während des Festivals drei der Filme gezeigt, für die Sakamoto den Soundtrack geschrieben hat und die stellvertretend für den Eklektizismus seines Stils und seiner künstlerischen Laufbahn stehen: Merry Christmas Mr. Lawrence (Furyo – Merry Christmas, Mr. Lawrence, 1983) von Nagisa Oshima, The Last Emperor (Der letzte Kaiser, 1987) von Bernardo Bertolucci, der ihm einen Oscar sowie einen Grammy Award in der Kategorie Beste Filmmusik eingebracht hat, sowie The Revenant (The Revenant – Der Rückkehrer, 2015) von Alejandro González Iñárritu, der für einen Grammy Award und einen Golden Globe nominiert war.

Der Vision Award Ticinomoda wird dem Komponisten, Musiker und Künstler Ryuichi Sakamoto anlässlich der 73. Ausgabe des Locarno Film Festivals überreicht. Der japanische Maestro wird am Donnerstag, dem 6. August, auf der Piazza Grande zu Gast sein. Das Publikum und die Festivalgäste erhalten zudem Gelegenheit, im Spazio Cinema einer Veranstaltung mit ihm beizuwohnen, die am Tag nach der Preisverleihung auf der Piazza Grande stattfindet (Freitag, 7. August). Darüber hinaus wird Sakamoto am Donnerstagnachmittag, 6. August live auf dem Klavier zu Yasujirō Ozus Film Tōkyō no onna (Woman of Tokyo, 1933) improvisieren. Dieser Film läuft im Rahmen der Retrospektive des Locarno Film Festivals, die der Schauspielerin und Regisseurin Kinuyo Tanaka gewidmet ist.

Lili Hinstin, künstlerische Leiterin des Locarno Film Festivals: “Ryuichi Sakamoto besitzt die paradoxe Fähigkeit der Grössten unter den Künstlern: Er ist in der Lage, Minimalismus mit einer irrwitzigen emotionalen Dichte zu verknüpfen, Klang durch Stille hörbar zu machen und bei seinen Filmkompositionen die offenkundige Absicht ganzer Bilderfolgen zu unterlaufen – und sie dadurch zu bereichern. Ein solches Genie auf dem Festival von Locarno begrüssen zu dürfen, ist mehr als eine Ehre.”

Zu den bisherigen Gewinnerinnen und Gewinnern des Vision Award Ticinomoda zählen Garrett Brown, der Entwickler der Steadicam®, der Cutter und Tonmeister Walter Murch, der Komponist Howard Shore, der Regisseur und Grafikdesigner Kyle Cooper und die Cutterin Claire Atherton. Nun wird also einer der weltweit einflussreichsten zeitgenössischen Komponisten ausgezeichnet, der dem Kino kraft seines Talents neue Perspektiven eröffnet hat. Als musikalischer Erneuerer mit der Fähigkeit, die Grenzen der Genres zu überschreiten – vom Pop über den Jazz bis zum Techno – und verschiedene kulturelle Traditionen zu verbinden, hat Sakamoto der siebten Kunst musikalische Motive und Momente geschenkt, die im kollektiven Gedächtnis tiefe Spuren hinterlassen haben, und dabei die Arbeit von Meistern wie Bernardo Bertolucci, Nagisa Oshima, Pedro Almodóvar und Brian De Palma bereichert.

Die 73. Ausgabe des Locarno Film Festivals findet vom 5. bis 15. August statt.

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Filmprojektionen zur Ehrung Sakamotos

Die Verleihung des Vision Award Ticinomoda bietet Anlass, einige der wichtigsten Filme, an denen Sakamoto mitgewirkt hat, wieder auf der grossen Leinwand zu zeigen. Im Verlauf des Locarno Film Festivals kommen zur Aufführung:

Merry Christmas Mr. Lawrence (Furyo – Merry Christmas, Mr. Lawrence ), von Nagisa Oshima – Grossbritannien/Japan/Neuseeland – 1983
The Last Emperor (Der letzte Kaiser), von Bernardo Bertolucci – China/Italien/Grossbritannien /Frankreich – 1987
The Revenant (The Revenant – Der Rückkehrer), von Alejandro González Iñárritu – Vereinigte Staaten/Hongkong/Taiwan – 2015.

Im Rahmen der Retrospektive des Locarno Film Festivals, die der Schauspielerin und Regisseurin Kinuyo Tanaka gewidmet ist, wird Sakamoto den Film von Yasujirō Ozu, Tōkyō no onna (Woman of Tokyo, 1933), live am Klavier begleiten.

 

Biographie Ryuichi Sakamoto

Der 1952 in Tokio geborene Ryuichi Sakamoto studierte ab dem Alter von elf Jahren Komposition und begeisterte sich ebenso für Claude Debussy wie für britische Rockmusik. Als Künstler ein rastloser Suchender, wandte er sich nach seinem Abschluss in Komposition an der Universität der Künste Tokio der elektronischen Musik und anderen musikalischen Genres zu. 1978 schloss er sich dem Yellow Magic Orchestra an, einer Elektropop-Band, die für die Musik der folgenden Jahrzehnte prägend werden sollte. Seine erste Verbindung zum Kino ergab sich, als er an der Seite David Bowies in dem 1983 erschienenen Film von Nagisa Oshima, Merry Christmas Mr. Lawrence (Furyo – Merry Christmas, Mr. Lawrence), für den er auch diverse Stücke komponierte, darunter das bekannte Forbidden Colours, die zweite Hauptrolle übernahm. Mit Oshima hat Sakamoto weiter zusammengearbeitet. So steuerte er den Soundtrack zu Gohatto (Tabu, 1999) bei. 1988 erhielt er für den Soundtrack des Films The Last Emperor (Der letzte Kaiser) von Bernardo Bertolucci mit David Byrne und Cong Su in den Hauptrollen einen Oscar in der Kategorie Beste Filmmusik und einen Grammy Award für das beste Originalalbum eines Films, 1991 erhielt er einen Golden Globe für den Soundtrack zu The Sheltering Sky (Himmel über der Wüste, 1990), wiederum von Bertolucci.
Sein filmkompositorisches Werk umfasst des Weiteren die Soundtracks zu Little Buddha von Bernardo Bertolucci (1993); Tacones lejanos (High Heels – Die Waffen einer Frau) von Pedro Almodóvar (1991); Snake Eyes (Spiel auf Zeit, 1998) und Femme Fatale (2002) von Brian de Palma; und The Revenant (The Revenant – Der Rückkehrer) von Alejandro González Iñárritu (2015). 2017 veröffentlichte Sakamoto das gefeierte Ambientalbum async und erstand im Mittelpunkt des Dokumentarfilms Ryuichi Sakamoto – Coda, der Einblicke in die Entstehung des Albums und seine Karriere bietet. Zu Sakamotos jüngsten Kompositionen zählen die Stücke für den “taktilen” Film The Staggering Girl (2019), einen Kurzfilm von Luca Guadagnino, der unter Mitwirkung des Creative Directors des Modehauses Valentino, Pierpaolo Piccioli, produziert wurde, sowie die Filmmusiken für Proxima (2019) von Alice Winocour und Minamata (2020) von Andrew Levitas, der auf der Berlinale 2020 präsentiert wird. Seit etlichen Jahren engagiert sich Sakamoto über seine Stiftung zur Erhaltung der Wälder, MoreTrees, persönlich für die Umwelt.

 

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