Press Release  ·  07 | 06 | 2023

Locarno Open Doors gibt Teilnehmerliste des Projects’ Hub sowie des Producers’ Lab bekannt und lanciert den Directors’ Club

In der 21. Ausgabe der Initiative liegt der Fokus, zum zweiten Jahr in Folge, auf Filmschaffenden aus unterrepräsentierten Ländern aus Lateinamerika und der Karibik. Das Programm findet im Juli online statt und vor Ort während der Locarno Pro Days (3.-9. August 2023).

© Virginia Bettoja

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In diesem Jahr lanciert Locarno Open Doors sein drittes Entwicklungsprogramm für aufstrebende Talente. Im Directors' Club haben die teilnehmenden Regisseur/innen die Möglichkeit, an Talks und Workshops teilzunehmen und ihr Netzwerk zu erweitern. Zudem sind ihre Kurz- und Langfilme Teil des offiziellen Programms des Festivals und in der Sektion Open Door Screenings zu sehen. Die Teilnehmenden und deren Filme werden zusammen mit dem offiziellen Programm des Locarno Film Festival am 5. Juli 2023 anlässlich der Pressekonferenz bekannt gegeben.

Zsuzsi Bánkuti, Leiterin von Open Doors, freut sich über die Entwicklung der Initiative: «In den letzten Jahren haben die Regisseur/innen der Open Doors Screenings auf natürliche Weise innerhalb des Festivals Kontakte geknüpft. Um dies weiter zu fördern und den teilnehmenden Filmschaffenden mehr Möglichkeiten zu bieten, das Beste aus ihrer Festival-Experience zu machen, haben wir den Directors’ Club ins Leben gerufen. Im Auswahlverfahren sind unterschiedliche Blickwinkel ein wichtiger Faktor. Wir sind der festen Überzeugung, dass Inklusion und Zugänglichkeit – sowie andere Faktoren – nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera eine entscheidende Rolle spielen.»

Open Doors lädt jeden August neue Talente und Projekte zum Festival ein, die europäische Finanzierungsmöglichkeiten anstreben. Acht Projekte, die sich noch in der Entwicklungsphase befinden, sind Teil des Projects’ Hub und acht kreative Produzent/innen nehmen am Entwicklungsprogramm für aufstrebende Talente Producers’ Lab teil. Zusammen mit den Open Doors Screenings und dem neuen Directors’ Club bilden sie das Programm von Open Doors.

Im Projects Hub’ finden sich in diesem Jahr unter anderen der neueste Langfilm des Regisseurs Paz Fábrega aus Costa Rica Vía láctea (Milky Way). Sein Film Agua fría de mar (Cold Water of the Sea, 2010) gewann in Rotterdam den Tiger Award. Gloria Carrión, nicaraguanische Exilregisseurin, kehrt mit dem Hybrid-Animation-Film Pantasma zu Open Doors zurück, nachdem bereits ihr Kurzfilm Hojas de K. (Leaves of K., 2022) in der Sektion Open Doors Screenings zu sehen war. Auch der jamaikanische Regisseur Gibrey Allen kehrt heuer nach Locarno zurück. Er wird seinen zweiten Langfilm Raised by Goats präsentieren. Im letzten Jahr lernte er durch Open Doors die Produzentin Nadean Rawlins kennen, als er seinen ersten Langfilm Right Near the Beach zeigte. Carlos Zerpa aus Venezuela gibt mit seinen Animated-Horror, LOA. Mata a tus amos (LOA. Kill Your Masters), sein Filmdebüt. Letztes Jahr profitierte er in einer Online-Beratung von Open Doors von Tipps bezüglich des Drehbuchs. Victor Checa aus Peru bringt seinen Vampire-Western El ultimo rey (Last of the Kings) nach Locarno. Sein Langfilm-Debüt feierte er mit Tiempos futuros (The Shape of Things to Come, 2021) an den Tallinn Black Nights. Die restlichen Hub-Teilnehmenden kommen aus der Dominikanischen Republik, Bolivien und El Salvador.

Mit dem Producers’ Lab soll einmal mehr die Zusammenarbeit zwischen den Produzent/innen innerhalb der Regionen gestärkt werden. Ausserdem werden Themen wie Inklusion, Zugänglichkeit und mentale Gesundheit in der Filmindustrie diskutiert. Teilnehmen werden erfolgreiche Produzent/innen wie Joaquín Ruano (Guatemala), der Nuestras madres (Our Mothers, 2019) von César Díaz (Gewinner der Goldenen Kamera in Cannes 2019) produzierte, und Ana Isabel Martins Palacios (Honduras), Produzentin von La Condesa von Mario Ramos. Samuel Suffren (Haiti) und Daniela Muñoz (Kuba) kehren zu Open Doors zurück, um ihre Projekte als kreative Produzent/innen im Producers’ Lab weiterzuentwickeln. Beide nahmen 2022 mit ihren Kurzfilmen an den Open Doors Screenings teil, Suffren mit Agwe (2021) und Muñoz mit Umbra (Gloom, 2021). Die Produzentin aus Kuba war letztes Jahr ausserdem Teil der Diskussion «Disability Inclusion in the Audiovisual Industry». Die weiteren Teilnehmenden kommen aus der Dominikanischen Republik, Ecuador, Paraguay und Peru. Die acht Produzent/innen (vier Frauen und vier Männer) bringen verschiedene Genres, Formate und Themen nach Locarno.

Giona A. Nazzaro, künstlerischer Leiter des Locarno Film Festival, erklärt, welche Rolle die Filmschaffenden in ihren Regionen haben: «Die Teilnehmenden von Open Doors sind allesamt Katalysatoren in ihrer lokalen Filmszene. Wir freuen uns darauf, ihnen eine Plattform zu bieten, um ihr Netzwerk zu erweitern und der internationalen Filmindustrie eine neue Generation von Filmschaffenden zu präsentieren. Wir erhoffen uns, dass damit nachhaltige Ideen und Zusammenarbeiten in- und ausserhalb der Region entstehen.»

Am 8. August verleihen eine professionelle Jury Preise an die Gewinnerprojekte, einschliesslich Siegesprämien. Der Open Doors Grant in Höhe von 50 000 CHF wird gesponsert von  Visions sud est und der Stadt Bellinzona. Weitere angesehene Auszeichnungen sind der Preis von CNC (Centre national du cinéma et de l’image animée) im Wert von 8 000 Euro, sowie der internationale Arte-Kino-Preis, präsentiert von ARTE France, im Wert von 6 000 Euro. Zu den weiteren begehrten Auszeichnungen gehören der Sørfond Film Fund, der BrLab , LEXIA Insights, der World Cinema Fund, der Organisation Internationale de la Francophonie (OIF), IFFR Pro, Moulin d’Andé – CECI, und der Internationale Kurzfilmtage Winterthur.

Hier finden Sie die gesamte Übersicht der Projekte und Teilnehmenden.

 

Über Open Doors

Das Locarno Film Festival rief die Open-Doors-Initiative im Jahr 2003 in Zusammenarbeit mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ins Leben. Anlässlich des 20-Jahre-Jubiläums zeigte die Initiative zusammen mit trigon-film und Arthouse Kinos zwischen April und Mai 2023 den Film Autobiography von Makbul Mubarak in verschiedenen Kinos in der ganzen Schweiz. Seit über 20 Jahren unterstützt Open Doors Filmschaffende aus unterrepräsentierten Communities aus der ganzen Welt, in deren Ländern das Kino als Kunstform bedroht ist.

Im Laufe dieser Jahre hat Open Doors vielschichtige Trainings- und Lernprogramme für aufstrebende Talente entwickelt sowie Networking-Anlässe mit professionellen Filmschaffenden ermöglicht. Dazu gehören nebst dem Locarno Film Festival auch weitere öffentliche Vorführungen und Events während des ganzen Jahres.