Press Releases  ·  28 | 05 | 2024

Locarno77 : Claude Barras erhält den Locarno Kids Award la Mobiliare

Der Schweizer Animationsfilmer Claude Barras wird am diesjährigen Locarno Film Festival mit dem Locarno Kids Award la Mobiliare ausgezeichnet. Der Preis würdigt Persönlichkeiten, die jüngere Generationen fürs Kino begeistern. Der Künstler hinter dem beliebten modernen Klassiker Ma vie de Courgette (Mein Leben als Zucchini, 2016) wird seinen neuesten Spielfilm Sauvages (2024), der kürzlich in Cannes Premiere feierte, am Dienstagabend, 13. August, auf der Piazza Grande präsentieren.

©Adrienne Bovet

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Nach ihrem Debüt im Jahr 2016 erreichte Claude Barras’ beliebte Stop-Motion-Komödie Ma vie de Courgette, deren Drehbuch er zusammen mit Céline Sciamma schrieb, schnell internationalen Erfolg: Sie gewann zwei César-Filmpreise und wurde 2017 für den Oscar für den besten Animationsfilm nominiert. Zusammen mit Nancy Huston und Morgan Navarro begann Barras im Jahr darauf, die Idee für einen neuen Animationsfilm zu entwickeln, dessen Drehbuch er dann gemeinsam mit Catherine Paillé schrieb. Das Ergebnis ist der lang erwartete Film Sauvages (2024), der nach seiner Premiere in Cannes nun auch in Locarno gezeigt wird. Der Film handelt von einem Orang-Utan, der zusammen mit seinen Freunden um die Rettung der Wälder Borneos kämpft. Barras’ neuester Animationsfilm wird seine Schweizer Premiere auf der Piazza Grande am Abend des 13. August feiern, nach der Preisverleihung an Barras. Am nächsten Tag findet ein öffentliches Gespräch mit dem Regisseur statt.

Der  Locarno Kids Award la Mobiliare wird am Locarno Film Festival an eine Persönlichkeit verliehen, die junge Zuschauer/innen dazu inspiriert, das Kino lieben zu lernen und Wundersames auf der grossen Leinwand zu entdecken. Barras’ Animationen sind in dieser Hinsicht vorbildlich, da sie eine sozial bewusste Form des Filmemachens anstreben, die dennoch endlos unterhaltsam und hervorragend gestaltet ist.

Für Giona A. Nazzaro, den künstlerischen Leiter des Locarno Film Festival, ist Claude Barras einer der grossen Gestalter des zeitgenössischen kollektiven Vorstellungsvermögens: «Die Méliès’sche Brillanz seiner Animationen führt direkt zu den Ursprüngen des Kinos zurück, ist aber eng verbunden mit den technologischen Transformationen des zeitgenössischen Films. Barras ist seit Beginn ein Künstler mit einer unverwechselbaren Note und Befürworter eines zivilen und engagierten Kinos, dessen Arbeit – sowohl avantgardistisch als auch populär – einen fruchtbaren intergenerationellen Dialog gefördert hat und die zentralen Knotenpunkte unserer Beziehung zur Welt und Umwelt in den Mittelpunkt seines Schaffens stellt. Als Dichter und Visionär ist Claude Barras ein einzigartiger Autor im zeitgenössischen Kino: Das Locarno Film Festival hat die Ehre, ihn auf der Piazza Grande mit dem prestigeträchtigen Locarno Kids Award la Mobiliare zu feiern.»

 

Der Locarno Kids Award la Mobiliare wurde 2021 ins Leben gerufen und in den vergangenen Ausgaben an Mamoru Hosoda (2021), Gitanjali Rao (2022) und Luc Jacquet (2023) verliehen.

Das Tributprogramm

Claude Barras wird den Preis am Dienstagabend, 13. August, auf der Piazza Grande entgegennehmen. Sein neuester Film Sauvages wird an diesem Abend in Anwesenheit von Barras auf der Piazza Grande seine Schweizer Premiere feiern:

Sauvages – Schweiz, Frankreich, Belgien – 2024

Am Mittwoch, 14. August, hat das Publikum die Möglichkeit, den Filmemacher bei einer Podiumsdiskussion im Forum @ Spazio Cinema zu treffen.

Neben Sauvages werden im Rahmen des Nachmittagsprogramms der Locarno Kids Screenings auch Ma vie de Courgette und eine Auswahl von Barras’ frühen Animationsfilmen gezeigt.

 

Das 77. Locarno Film Festival findet vom 7. bis 17. August 2024 statt.

Claude Barras – Biografie

Der Schweizer Filmregisseur und Produzent Claude Barras wurde am 19. Januar 1973 in Sierre geboren. Als Sohn und Enkel von Landwirten studierte er Kinderillustration an der Kunstschule École Émile Cohl, Anthropologie et images numériques an der Université Lumière in Lyon und 3D-Computergrafik an der École cantonale d’art de Lausanne.

Nach Abschluss seines Studiums führte er 2005 mit Cédric Louis Co-Regie bei seinem ersten animierten Kurzfilm Banquise, der 2006 für den offiziellen Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes ausgewählt wurde. Seither produzierte und inszenierte Barras ein Dutzend animierter Kurzfilme für das Animationskollektiv Hélium Films, die bei zahlreichen Festivals ausgewählt und ausgezeichnet wurden. Er unterrichtete auch Animation an der Schule für angewandte Kunst in Genf und an der Schule La Poudrière in Valence. 2013 begann er mit der Regie seines ersten Spielfilms. Ma vie de Courgette  wurde 2016 in Cannes vorgestellt und in über 60 Ländern vertrieben. Allein in der Schweiz hat er bisher über 175’000 Kinobesucher/innen begeistert, in Frankreich sind es 800’000. Sauvages, sein neuer Animationsfilm, wurde in der Kategorie Special Screening der Filmfestspiele von Cannes 2024 präsentiert. Derzeit entwickelt Barras eine Dokumentarserie über Exkremente und eine Adaption des Comics Dich hatte ich mir anders vorgestellt ... (von Fabien Toulmé) in Kollaboration mit Christelle Berthevas.

Locarno Kids Aktivitäten

Auch in diesem Jahr bietet Locarno dank der Zusammenarbeit mit den Bildungspartnern des Festivals (DFA - SUPSI, RSI, Castellinaria – Festival del cinema giovane, LAC edu, Cinemagia, La Lanterna Magica und LernFilm Festival) eine Reihe von Treffen, Workshops und Ateliers für Kinder und Jugendliche an. Es wird eine spannende Reise, um die Magie des Kinos zu entdecken und mehr darüber zu erfahren. Darüber gibt es mit den Locarno Kids Screenings ein reichhaltiges Filmprogramm – eine Auswahl, die das Festival jedes Jahr dem jüngeren Publikum und Familien widmet und die im Rahmen der Pressekonferenz am 10. Juli angekündigt wird.

 

Locarno Kids ist dank der Hauptpartnerin des Festivals, der Mobiliar, möglich. Das Projekt wird auch von der Società Elettrica Sopracenerina (SES), der Manawa Foundation, der Beisheim Stiftung, den Accentus und Volkart Stiftungen und von der Kulturstiftung der Region Locarno unterstützt.