Press Releases  ·  01 | 06 | 2023

Locarno76: Der Lifetime Achievement Award geht an Renzo Rossellini

Der italienische Produzent und Regisseur Renzo Rossellini wird den Preis am Donnerstag, 10. August, auf der Piazza Grande entgegennehmen. Die Preisverleihung wird vom Film La città delle donne (City of Women, Federico Fellini, 1980), den er produziert hat, begleitet. Am Freitag, 11. August, wird der Sohn von Roberto Rossellini und Halbbruder von Isabella Rossellini im Forum @Spazio Cinema an einem öffentlichen Gespräch teilnehmen.

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Renzo Rossellini hat in seiner Karriere unter anderen für Federico Fellini, Lina Wertmüller, Werner Herzog und Francis Ford Coppola Filme produziert. Als Regisseur und Regieassistent hat er mit seinem Vater Roberto, François Truffaut, Claude Chabrol und anderen zusammengearbeitet. Seine Leidenschaft für das Kino gibt er nun als Dozent an Studierende und Filmschaffende weiter. Mit dem Lifetime Achievement Award ehrt das Locarno Film Festival seine erfolgreiche Karriere.

Für Giona A. Nazzaro, künstlerischer Leiter des Locarno Fim Festival, ist das Kino ein Mittel, um die Welt zu erkunden. «Mit seinem Schaffen, das die vielen Facetten der Welt zeigt, ist Renzo Rossellini zur Schlüsselfigur des modernen Kinos geworden. Dank seiner Familie lernte er das Kino lieben und diesem bleibt er nun sein Leben lang treu. Mit seinem ausserordentlichen Gespür und seiner Leidenschaft hat er tiefe Spuren hinterlassen. Einem solchen Filmschaffenden diesen Preis zu verleihen, bedeutet, das zu ehren, was wir am Kino am meisten schätzen».

Das Programm der Preisverleihung

Renzo Rossellini wird den Lifetime Achievement Award am Donnerstagabend, 10. August, auf der Piazza Grande entgegennehmen. Während der Preisverleihung wird einer seiner bedeutsamsten Werke als Produzent gezeigt, an dem Autor/innen gearbeitet haben, die die Kinogeschichte mitgeprägt haben:

La città delle donne (City of Women), Federico Fellini – Italien – 1980 – Piazza Grande Second Screening

Das Festivalpublikum hat am Freitag, 11. August, im Forum @Spazio Cinema die Möglichkeit, an einem öffentlichen Gespräch mit Rossellini teilzunehmen.

Seit 2011 wird am Locarno Film Festival der Lifetime Achievement Award vergeben. Zu den bisherigen Preisträger/innen gehören Harrison Ford (2011), Alain Delon (2012), Jacqueline Bisset (2013), Harvey Keitel (2016), Dario Argento (2021) und im letzten Jahr Matt Dillon.

Hier finden Sie alle Informationen zur 76. Ausgabe des Locarno Film Festival.

Biografie von Renzo Rossellini

Renzo Rossellini wurde 1941 in Rom als Sohn von Roberto Rossellini und Marcella De Marchis geboren. An der Universität Sorbonne in Paris studierte er Geschichte und Philosophie. Später wurde er in Frankreich Regieassistent von François Truffaut und Claude Chabrol. In dieser Rolle arbeitete er zunächst auch mit seinem Vater zusammen, bevor er bis 1977 mit ihm als Produzent weiterarbeitete. Bei einer Episode des Films L’amour à vingt ans (Love at Twenty, Shintarô Ishihara, Marcel Ophüls, Renzo Rossellini, François Truffaut, Andrzej Wajda, 1962) und den TV-Produktionen L’età del ferro (1964) und La lotta dell’uomo per la sua sopravvivenza (1970) führte Rossellini selbst Regie. Später gründete er die Unternehmen Gaumont Italia und Artisti Associati Spa., mit denen er über 100 Filme produziert, finanziert und distribuiert hat. Darunter finden sich Werke von Federico Fellini (Prova d’orchestra [Orchestra Rehearsal], 1978; La città delle [City of Women],  1980; E la nave va [And the Ship Sails On], 1983), Michelangelo Antonioni (Identificazione di una donna [Identification of a Woman], 1982), Liliana Cavani (La pelle [The Skin], 1981), Joseph Losey (Don Giovanni, 1979), Rainer Werner Fassbinder (Querelle, 1982), Werner Herzog (Fitzcarraldo, 1982) und Francis Ford Coppola (The Cotton Club, 1984). Sein Wissen verbreitet er nun auch als Dozent. An der Filmschule NUCT in Rom hat er Filmproduktion unterrichtet und an der UCLA in Los Angeles, der Università degli Studi di Salerno und der Università degli Studi di Napoli Federico II Europas Filmgeschichte. Seit einigen Jahren unterrichtet er an der EICTV in Kuba. Ausserdem hat er die Scuola di cinema Gaumont und die Scuola di Cinema per la Comunità europea gegründet und geleitet. Aus dieser stammen Regisseure wie Daniele Luchetti, Giuseppe Piccioni, Antonello Grimaldi und Valerio Jalongo sowie Produzenten wie Domenico Procacci.

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